Heute präsentiere ich euch den ersten Teil einer kleinen Reihe rund um Nintendo. Wir starten mit einem Ausflug in die Vergangenheit, machen in einem der nächsten Beiträge weiter mit der aktuellen Situation und im letzten Beitrag zum Thema wollte ich mit euch über mögliche Zukunftsszenarien des japanischen Traditionsherstellers sprechen, besonders weil wir zu diesem Zeitpunkt die E3 hinter uns haben werden.

 

Wir schreiben das Jahr 1889. Fusjiro Yamauchi gründete eine kleine Firma namens Nintendo, die herkömmliche Spielkarten herstellte. Damals konnte noch keiner ahnen, in welche Richtung Nintendo sich entwickeln würde und das sich in den folgenden Jahren vieles ändern sollte. Der finale Schritt in die Zukunft, also der Eintritt in die Spielebranche, folgte allerdings erst in den 1970er Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt erlangte Nintendo mit seinen Spielkarten nicht nur in Japan Erfolg, auch auf internationaler Ebene schufen sie sich einen geachteten Namen.

Nintendos erste Gehversuche auf dem Markt der Videospiele begannen im Jahr 1977, wo sie ihren TV Game 15 und 6 veröffentlichten. Im Folgejahr kam das Arcadespiel Computer Othello auf den Markt, welches eine Adaption des Brettspiels Reversie war. Beide Projekte sind nur Beispiele aus einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen, aus dem Laufstall kam Nintendo durch diese Versuche jedoch nicht.

Erst mit dem populären Arcadetitel Donkey Kong gelang Nintendo der Durchbruch. In dem Erfolgstitel spielt man Jumpan (heute als Mario bekannt), der Prinzessin Pauline vor Donkey Kong retten wollte. Zu spielen gibt es den Titel auch heute noch, ihr könnt ihn in Nintendos eShop auf dem 3DS für 4,99€ erwerben.

 

Durch diesen ersten Erfolg entwickelte das Unternehmen neues Selbstvertrauen in die weitere Entwicklung neuer Soft- und Hardware. Die daraus resultierende Motivation floss in das erste große Projekt der Firma, dem in Japan erschienen Famicom. 1983 veröffentlicht sorgte die erste Heimkonsole Nintendos für neue Maßstäbe in der Branche und war ein riesiger Erfolg. Auch Europa und Amerika sollten nach dem Erfolg in den Genuss der Konsole kommen, allerdings beschloss die Firma, dass sie für den neuen Markt erst einmal überarbeitet werden müsste. Ergebnis dieser „Umbaumaßnahmen“ ist das bekannte Nintendo Entertainment System, kurz NES, welches im Oktober 1985 in Amerika und im September 1986 in Europa erschienen ist. Mit insgesamt 61,79 Mio. verkauften Einheiten schlug die Idee ein wie eine Bombe und gaben den bekannten Charakteren Mario, Metroid und Zelda ein zuhause. Die immense Absatzzahlen schenkten Nintendo die Bestätigung (und das Kapital), die sie benötigten, um sich weiteren Aufgaben zu widmen und neue Ideen zu finden.

 

Diese weiteren Ideen endeten in einem Doppelschlag des zu der Zeit herrschenden Marktführers. Mit dem 1989 erschienen GameBoy und dem 1990 erschienen Super Nintendo Entertainment System (SNES) gelang es Nintendo, sich gegen Konkurrenzunternehmen wie SEGA durchzusetzen. Geschuldet war dies unter anderem der deutlich besseren Hardware und den alten Bekannten wie Super Mario. Mit dem GameBoy schuf Nintendo ein Alleinstellungsmerkmal und bekam die Chance, den Handheldmarkt vollständig zu dominieren und zu revolutionieren. Dank Nachfolger für Mario, Metroid und Zelda sowie neuer Titel mit bereits Bekannten wie Yoshi (in seinem eigenen Spiel Yoshi’s Island) war der Firmenerfolg auch weiterhin gesichert. Besonders durch Pokémon, was im Jahre 1996 erschienen ist, knackte Nintendo Rekorde. Die erste Generation der kleinen Taschenmonster verkaufte sich über 100 Mio. Mal und gilt bis heute als die am besten verkaufte Videospielserie aller Zeiten. Nachdem Nintdendo die 16-Bit-Hürde erfolgreich erklommen hatte, wagte sich das Unternehmen an eine zusätzliche Dimension.

 

Mit dem Nintendo 64 sollte Spielern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Abenteuer in einer dreidimensionalen Welt zu erleben. Doch bevor das Gerät 1996 erscheinen konnte, brach der erste Konolenkrieg der Videospielgeschichte aus. Wo SEGA als Konkurrenzunternehmen zuvor überholt werden konnte, bekam Nintendo es nun mit einem zweiten Rivalen zu tun: 1994 veröffentlichten Sony seine PlayStation, SEGA seinen SEGA Saturn. Nun lag es an Nintendo zu reagieren, doch das gelang ihnen erst zwei Jahre später. Trotz des Vorsprungs der beiden anderen Firmen gelang es, durch die bereits etablierte Figuren wie Mario und Link und zusätzlichen neuen Spielereihen wie Smash Bros. einen Erfolg zu halten. Der Krieg entspannte sich später wieder etwas, denn SEGA stieg durch schlechte Verkaufszahlen aus dem Heimkonsolenmarkt aus. Somit musste Nintendo wiederholt nur einen, allerdings diesmal einen sehr viel stärkeren Gegner fürchten: Sony und seine PlayStation 2.

 

Doch schon bald sollte der Krieg ein weiteres Mal ausbrechen. Noch bevor Nintendo im Jahr 2001 den Gamecube veröffentlichen konnte, brachte Microsoft seine Xbox auf den Markt. Den beiden starken Konkurrenten Xbox und PlayStation geschuldet verlor Nintendo einiges an Verkaufszahlen: der kleine Spielwürfel verkaufte sich nur knapp 22 Mio. Mal, was den beiden anderen Branchengrößen weit hinterherhinkte. Lediglich der 2001 erschienene GameBoy Advance beherrschte den weiterhin fast Nintendoexklusiven Handheldmarkt, wodurch das Unternehmen weiterhin recht hohe Gewinne einfahren konnte. Dennoch sorgte die gefloppte Heimkonsole für ein firmeninternes Umdenken, weshalb man beschloss, in Zukunft mehr auf Innovation statt potente Hardware zu setzen.

 

Das Ergebnis dieses Umdenkens wurde im Jahr 2006 dank der Wii den Gamern zugänglich gemacht. Durch die bekannte Bewegungssteuerung schuf Nintendo wieder einmal ein Alleinstellungsmerkmal, was zu extrem hohen Absatzzahlen und zukünftigen Kopien der Technik (bspw. PlayStation Move) führte. Bis heute konnte sich die Wii circa 97 Mio. Mal verkaufen und ist damit die meistverkaufteste Konsole der gesamten Geschichte. Neben der frischen neuen Idee der Bewegungssteuerung setzte Nintendo allerdings auch vermehrt auf die Casualgamer, was der Firma ein gewaltiges Maß an Sympathie entgegenbringen konnte. Somit wurde eine neue Fanbase gewonnen, andererseits begannen alte Fans, Nintendo nicht mehr ernst zu nehmen. Trotz starker Spiele wie Super Mario Galaxy und Xenoblade Chronicles bekam man von den Coregamern meist nur noch ein müdes Lächeln zugeworfen. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Spielebranche sich hauptsächlich auf die PlayStation 3 und Xbox 360 ausrichtete, obwohl beide Konsolen der Wii nicht das Wasser reichen konnte.

 

Doch einen Markt dominierte Nintendo weiterhin. Durch den Nintendo DS, der im November 2004 bzw. März 2005 erschienen ist, konnte sich die Firma mit circa 154 Mio. verkauften Konsolen weiterhin auf dem Handheldmarkt durchsetzen. Besonders die Neuauflegung alter Reihen wie New Super Mario Bros. DS brachten einen riesigen Erfolg. Auch Sony versuchte es in den selben Jahren mit ihrem ersten Handheld, der PlayStation Portable, kurz PSP, doch sie konnte dem Nintendo DS trotz ca. 81 Mio. verkauften Einheiten nicht einmal ansatzweise gefährlich werden.

Hier endet schon unsere Reise durch die Vergangenheit. Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns mit der WiiU und dem Nintendo 3Ds und schauen später, wohin die Reise weitergehen kann. Ich hoffe, euch hat der Artikel gefallen.

Vielen Dank fürs Lesen!
Viki 🙂

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