Nach meinem ersten Artikel, der sich mit der Vergangenheit des japanischen Traditionsherstellers befasste, möchte ich nun auf die gegenwärtige Situation eingehen und diese ein wenig analysieren. Unterteilen lassen sich die momentanen Standbeine Nintendos in drei Teile: einmal die Heimkonsole WiiU, den Handheld 3DS und den Mobilemarkt.

WiiU – Der große Flop der aktuellen Konsolengeneration

 

 

Die WiiU war Nintendos Idee, die extrem erfolgreiche Wii innovativ weiterzuführen. Zudem wollte man die verlorenen Coregamer durch verbesserte Technik und Steuerung zurück ins Boot holen, doch der Plan ist leider nicht aufgegangen. Die WiiU hat meiner Meinung nach drei große Probleme, welche prinzipiell von vornherein zum Versagen prädestiniert waren: die Technik, das Starting Lineup und das Marketing.

Fangen wir mit dem ersten Punkt an: die Technik und die verbaute Hardware. Im Gegensatz zur WiiU wollte Nintendo einen gewaltigen Sprung schaffen und mit der neuen Konsole auf HD-Grafiken setzen. Selbstverständlich hat sich die Technik zur Vorgängerkonsole gebessert, die schließlich, im selben Jahr wie die PS3, 2006 auf den Markt kam. Doch die sechs Jahre später gelaunchte WiiU bekam Technik spendiert, die sich ziemlich nah am PS3 – Standard bewegte, was mitunter ein K.O.-Kriterium sein sollte. Wo die Konkurrenz durch Next-Gen-Konsolen einen gigantischen Sprung Richtung Zukunft hinlegten, verblieb Nintendo in der Vergangenheit. Verbaute Hardware ist im Generellen ein extrem wichtiges Kriterium für eine große Masse Gamer, weshalb durch diesen Schritt ein Teil der vergangenen Fanbase verloren sowie neue Fans verschreckt wurden.

Doch der eigentliche Sinn einer Spielekonsole ist nicht, die neueste Hardware im Wohnzimmer stehen zu haben, sondern vernünftig darauf zocken zu können. Die veraltete Technik hätte man sicherlich noch ausgleichen können, wenn das Starting Lineup gestimmt hätte. Zum Launch hatte man 23 Titel zum Kauf zur Verfügung, wovon allerdings einige Titel in die Party-/Gelegenheitsnische eingeordnet werden können. Das restliche Lineup kann allerdings auch nicht durch Schätze glänzen, wenn man keine Lust auf Mario hatte musste man sich wohl oder übel unter anderem zwischen Titeln wie FIFA 13, Mass Effect 3 oder ZombiU entscheiden. Besonders letzteres war ursprünglich als Exklusivtitel für Coregamer gedacht, verkaufte sich jedoch so schlecht, dass es nun nicht mal mehr ein Exklusivtitel ist. Doch auch nach dem Launch fehlt es der WiiU an Third-Party-Support, sodass mit der Konsole nur Nintendofanboys/-girls angesprochen werden; eine breite Fanbase ist hier verloren gegangen.

Das unzureichende Marketing trug sicherlich nicht dazu bei, die Konsole zu pushen, sondern versetzte ihr quasi den letzten Todesstoß. Eltern dachten sich durch den irreführenden Namen, dass es sich um eine Wii 2.0 handle; und wozu sollte man sich eine zweite Wii ins Wohnzimmer stellen, wenn schon eine vorhanden war? Gamer waren sich unschlüssig, ob das Gamepad nun eine gute Innovation oder eher eine schlecht umgesetzte Zukunftsvision darstellte und viele Leute erfuhren durch einen Blick ins Spielregal erst einige Monate nach Launch, dass überhaupt eine neue Konsole existiert. Sicherlich, Gamer, die in der „Videospielnewsszene“ unterwegs waren haben mitbekommen, was die neue Konsole darstellt; doch die breite Masse an Konsumenten war durch schlechte bis fehlende Werbekampagnen schlichtweg uninformiert.

Nintendo 3DS – Die Innovation auf dem Handheldmarkt

 

Wie schon im Artikel zu Nintendos Vergangenheit beschrieben, dominiert der 3DS weiterhin den Handheldmarkt. Sein Konkurrent, die PS Vita, hängt den Verkaufszahlen des 3DS weit hinterher, weshalb man hier schon fast von einer Monopolstellung sprechen kann.

Doch auch die heutzutage erfolgreiche tragbare Spielekonsole (ca. 59 Mio. verkaufte Einheiten bis heute) hatte Startschwierigkeiten, welche sich auch hier durch ein schlechtes Starting Lineup begründen lassen. Doch dieses Problem wurde mit der Zeit gelöst und nun glänzt der 3DS mit einem Haufen guter (und schlechter) Titel, wo wirklich jeder etwas finden kann.

Neben dem ausgewogenem Angebot an Spielen hat der Handheld eine Innovation, die einem Alleinstellungsmerkmal nahe kommt: den 3D-Modus. Um die Technik nutzen zu können benötigt man keine Brille oder ähnliches Zubehör, der Effekt wird durch eine Art Filter geschaffen. Der sogenannte „parallax barrier“ Filter ist über den Topscreen gelegt. Wen der genaue Effekt interessiert, kann hier nachlesen, wie es funktioniert: http://ds.about.com/od/nintendods101/f/How-Does-The-Nintendo-3ds-Project-3d-Images.htm . Der Effekt funktioniert erstaunlich gut, solange man in einem gewissen Abstand und Winkel zum Bildschirm sitzt. Zu lange sollte man den 3D-Modus allerdings nicht angeschaltet lassen, da viele Nutzer nach einiger Zeit über Kopfschmerzen und angestrengte Augen klagen. Durch den New3DS wurde die Technik nochmals überarbeitet, wobei auch hier ähnliche kleine Problematiken auftreten können.

Apps – Der jüngste Weg in die Zukunft

 

In jüngster Zeit begann Nintendo, sich seinen Weg an die Casualnutzer zu ebnen und Apps zu entwickeln. Das Smartphonespiele gut funktionieren und bei Verkaufserfolgen eine extrem hohe Einnahmequelle bieten können, ist spätestens seit Candy Crush jedem bekannt. Doch bis März 2016, als Miitomo gelauncht wurde, hat Nintendo diesen Weg noch nicht beschritten.

Miitomo ist eine App, in welcher du einen Mii-Charakter nach deinen eigenen Vorlieben schaffen kannst, was man schon von der Wii kennt. Du kannst mit deinen Freunden kommunizieren und Fragen beantworten, wodurch du Leute besser kennen lernen kannst, ähnlich einem Chatprogramm. Miitomo stellt also kein klassisches Smartphonegame dar, sondern mehr eine Art Funktion, Leute kennen zu lernen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Dennoch ist die App ein voller Erfolg, über 1 Mio. Nutzer in den ersten drei Tagen.

Dank des Erfolgs sollen sich weitere Apps in Entwicklung befinden, die zu den Franchises Animal Crossing und Fire Emblem gehören. Eine genaue Information, um was es sich handelt oder wann sie erscheinen, ist noch nicht bekannt; vermutlich werden es aber Minispiele auf Free2Play Basis sein. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Situation künftig entwickeln wird und ob die Apps weiterhin so erfolgreich sein werden.

 

Vielen Dank fürs Lesen!
Viki 🙂

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