Am 23.06.2016 stimmten die Briten mehrheitlich für einen Austritt aus der Europäischen Union. Über die Veränderungen, die künftig auf uns alle zukommen, kann niemand mit hundertprozentiger Sicherheit aussagen, dennoch habe ich ein paar der wichtigsten Punkte zusammengetragen und mir die Frage gestellt, wie sich #Brexit auf die Spielindustrie auswirken könnte.

Begriffserklärung

Das Kunstwort Brexit kam in letzter Zeit immer häufiger in den Medien auf. Es steht lediglich für die Worte „Britain“ (Br; Großbritanien) und „Exit“ (Exit; Austritt) und beschreibt den Austritt aus der EU.

Die Bürger Großbritanniens bekamen die Chance, in einer demokratischen Volksabstimmung zu entscheiden, ob sie weiterhin der EU angehören wollen oder nicht. Mit einer Mehrheit von über 50 Prozent und einer Wahlbeteiligung von 70 Prozent besiegelten die Bürger damit ihren Wunsch, die EU zu verlassen.

Die erste Reaktion auf das Votum folgte prompt: der DAX stürzte gemeinsam mit dem britischen Pfund drastisch ab. Doch wie sehen nun mögliche weitere Folgen aus?

Mobilfunktarife nach dem Austritt

Die Roamingpreise werden sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in Zukunft für Reisende stark ändern. Während innerhalb der EU die Roaminggebühren bis 2017 komplett abgeschafft werden sollen, können auf Reisende hohe Kosten zukommen. Das Surfen und Telefonieren in und nach Großbritannien kann für Nicht-Briten demnach entsprechend teuer werden, weshalb hier Vorsicht geboten sein muss.

Doch wie steht es um die Videospielindustrie?

Die Videospielbranche ist in Großbritannien von hoher Bedeutung. Mit einem Wert von rund 36,6 Milliarden Pfund Ende 2014, was circa 47,6 Milliarden Euro entspricht, hatte sie einen höheren Wert als alle anderen Medien zusammengerechnet besaßen. Aber auch auf internationaler Ebene hat Großbritannien eine hohe Bedeutung, denn AAA-Spiele wie Rockstars Open-World-Reihe Grand Theft Auto machen weltweit circa zwei Milliarden Pfund Gewinn. Zudem exportieren ungefähr 95 Prozent der Unternehmen einige Artikel und Dienstleistungen nach Übersee, womit eine riesige Einnahmequelle wegfällt.

Auch die Mehrheit der Spielunternehmen sind der Meinung, dass ein Verbleib in der EU positiv wäre, nur 3,2 Prozent waren für einen Austritt. Viele der größeren Unternehmen wie Sony, die von wired.de zu ihrer Meinung befragt wurden, gaben keine Stellungnahme ab.

Eine akute Folge des Brexit ist jetzt schon zu spüren. Bekannt wurde, das vier britische Indieentwickler schon jetzt komplett schließen müssen. Die Entwickler sind in London angesiedelt und wurden von Investoren mit Risikokapital finanziert. Videospiele, insbesondere Indie-Titel, sind immer ein großes Risiko für Investoren, weshalb schon seit längerer Zeit eine sogenannte ‚Brexit-Klausel‘ in Verträgen eingebunden wird. Diese erwirkt den sofortigen Stopp von Geldfluss, sobald der Brexit in Kraft treten sollte. Noch ist unbekannt, welche Entwickler betroffen sind; allerdings werden künftig viele Unternehmen, insbesondere die, die auf Risikokapital angewiesen sind, schließen müssen.

Und wie denken die Briten nach der Wahl?

Zwei Tage nach der Wahl werden immer mehr Stimmen laut, die eine Neuwahl fordern. Viele der Wähler hätten nach eigenen Angaben niemals gedacht, dass ihre Stimme einen Unterschied machen würde, waren sich der Konsequenzen nicht bewusst oder wollten Politikern „eins auswischen“.  Auch direkt nach der Wahl sah man Statistiken, die das Durchschnittsalter der Wähler darstellten. Hier wurde klar, dass besonders viele ältere, vermutlich konservativ denkende Einwohner für einen Austritt waren, während die jüngere Bevölkerung lieber in der EU verbleiben wollte. Zudem traten besonders die ländlichen Regionen mit dem Wunsch für den Brexit hervor, während Einwohner der Städte wie London eher keinen Austritt wollte. Hier wird auch die große demografische Problematik klar, die wir auch in Deutschland haben.

 

Vielen Dank fürs Lesen!
Viki 🙂

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