Das Jahr 2017 ist heute Abend offiziell vorbei und ich nutze den Silvesterabend immer gern, um noch einmal in Ruhe zurück zu blicken, Geschehenes zu verarbeiten und über Verbesserungen in der Zukunft nachzudenken. Einen Teil des Jahresrückblicks halte ich gern schriftlich fest, somit auch heute. Statt eines klassischen Rückblicks in Form meiner liebsten Spiele (oder dem genauen Gegenteil), fasse ich heute meine Gedanken zum Spielejahr 2017 bezüglich eines anderen Punkts zusammen: mein persönliches Problem, wenn in einem Jahr zu viele gute Spiele erscheinen.

Auf den ersten Blick scheint diese Aussage etwas widersinnig und auch ich wollte sie anfangs nicht ganz wahrhaben: 2017 erschienen viel zu viele sehr gute Videospiele. Nun muss man sich natürlich fragen, warum es schlecht ist, wenn es viele solcher Spiele gibt und wie man es besser machen könnte. Doch um mein Problem zu verstehen blicken wir erst einmal zurück, noch ein ganzes Stück vor den Januar 2017.

Wir denken zurück an die letzte E3, die vom 14. – 16. Juni 2016 in Los Angeles stattfand. Ein Knaller nach dem anderen wurde vorgestellt und alle fühlten sich völlig überwältigt zwischen The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Horizon: Zero Dawn, South Park: The Fractured But Whole und vielen anderen Top-Titeln, die für 2017 bestätigt wurden. Auch die Jahre zuvor zeichnete sich langsam ab, dass in diesem Jahr ein ganzer Haufen neuer, vermeintlich fantastischer Titel erscheinen würden, und so kam es dann auch.

Einen Teil des Jahres im Kurzüberblick

Im Januar wurden wir von Resident Evil 7 geschockt, im Februar folgte For Honor. Im März erschien nebst Breath of the Wild auch direkt Nintendos neue Hybrid-Konsole Nintendo Switch, weiterhin erfreuten sich viele an Nier: Automata und auch mehr oder weniger an Mass Effect: Andromeda. Der Folgemonat April brachte uns Persona 5 und Mario Kart 8 Deluxe, im Mai freuten wir uns auf Prey, im Juli rettete uns Nintendo mit Splatoon 2 aus dem Sommerloch, im August kam das Prequel zu Life is Strange mit dem Namen Before the Storm heraus. Der September erfreute uns durch Dishonored 2 und Cuphead, im Oktober erschienen Super Mario Odyssey, South Park 2, Assassin’s Creed Origins und Wolfenstein 2, im November Call of Duty WW2 und das Schlusslicht im Dezember bildete die finale Version von PUBG.
Diese Liste besteht nur aus den großen Top-Titeln und müsste eigentlich noch ein ganzes Stück erweitert werden, was ich aber aus Zeit- und Platzgründen weglassen werde; ich denke, meine Intention sollte klar geworden sein.

 

 

Und was stört mich nun?

Mein Problem mit dieser Masse an sehr guten Spielen ist nicht nur, dass ich hier nicht alle erwähnen kann, sondern ein ganz anderer, offensichtlicher Grund: woher soll man Zeit und Geld nehmen, all diese Spiele zu spielen? Selbst Leute, die viel Zeit am Tag in Videospiele investieren können, fühlten sich angesichts dieser Spieleflut erschlagen und kamen nicht mehr hinterher; meinen Respekt an jeden, der es geschafft hat, alle großen Spiele vollständig zu spielen.

Doch selbst wenn man die Zeit hat, viele Spiele zu spielen, stellt sich mir die nächste Frage: ist man bereit, alle paar Wochen wieder in ein neues Spiel einzutauchen, seine Geschichte zu erleben und seine Welt zu genießen? Ich lasse mich gern auf neue Spiele ein und versinke auch des Öfteren in ihnen, doch ich möchte nicht alle drei bis vier Wochen wieder aus einer Szenerie in die nächste eintauchen, mich wieder umgewöhnen, nur um dann direkt wieder wechseln. Ich mag es, wenn ich einige Wochen bis Monate in einem Spiel zubringen kann, über es nachdenken kann, um dann mit ihm abzuschließen und zum nächsten Titel weiterzuschreiten. Mehr als zwei (Singleplayer-/ Story-) Spiele parallel zueinander zu spielen gefällt mir nicht, weshalb ich mich ständig durch einen Titel durchhetzen müsste, um mich auch nach Beenden des Spiels noch meinen Gedanken widmen zu können und dem Spiel gerecht zu werden.

 

 

Ein weiteres, großes Problem habe ich mit der Tatsache, dass viele fantastische Indie-Titel komplett untergehen. Hatte man im letzten Jahr noch die Möglichkeit, während einer Spielflaute durch Steam zu stöbern und sich tollen Indiewerken wie Stardew Valley hinzugeben, fehlte es einem in diesem Jahr neben ausreichender Zeit auch an entsprechenden Ressourcen. Meine Gedanken waren größtenteils den Großen gewidmet, weshalb ich so gut wie keine Zeit in diesem Jahr mit Indie-Titeln verbracht habe. Die letzten Wochen habe ich mir die Zeit genommen und geschaut, was ich so verpasst habe und fühle mich nun gewillt, diese im kommenden Jahr nachzuholen; beispielsweise steht What Remains of Edith Finch ganz oben auf meiner Liste.

 

 

Letztlich fühle ich mich von einer solchen Flut an Spielen eher gestresst als unterhalten, was den Sinn des Mediums für mich deutlich verfehlt. Tatsächlich möchte ich auf neue, große, fantastische Spiele monatelang warten, mich darauf freuen und sie dann in Ruhe genießen können. Ich möchte einen Überblick über Kommendes haben und mir auch mal die Zeit nehmen können, einen verpassten Vorgänger nachzuholen, um dann aktuell in das kommende Spiel einsteigen zu können. Beispielsweise habe ich die letzten beiden Titel der Wolfenstein-Serie bis heute nicht gespielt, doch die Trailer und das gesehene Gameplay-Material zu Wolfenstein 2 reizen mich. Doch mir fehlte die Zeit, die beiden Vorgänger nachzuholen, doch ohne diese möchte ich Wolfenstein 2 nicht spielen, weshalb ich es bis heute auch nicht getan habe.

Das möchte ich künftigt besser machen

Selbstverständlich kann jeder sich die Zeit nehmen, die er braucht; niemand wird gezwungen, ein Spiel direkt zu Release zu kaufen und zu spielen. Doch ich als sehr neugierige Person möchte dies gerne tun, allein schon aus der Angst, im Internet gespoilert zu werden. Ich bin einfach gerne aktuell, was Videospielveröffentlichungen angeht und versuche, alles möglichst zeitnah zu konsumieren. Ich habe Spaß daran, kurz nach Release im Spiel zu stecken und Artikel sowie Videos, die mit dem Titel zu tun haben, zu entdecken.

 

 

Schlussendlich nehme ich mir für 2018 vor, mich weniger auf neue Spiele zu konzentrieren und mir mehr Zeit auch für kleinere Spiele zu nehmen. Ich werde vieles, was ich 2017 nicht geschafft habe, nachholen und versuchen, wieder mit viel Freude zu spielen und mich nicht selbst zu stressen. Neben dem oben erwähnten What Remains of Edith Finch werden das unter anderem Tacoma, Nier: Automata und Wolfenstein 2 sein. Doch nun bleibt nur noch eines zu sagen: Ich wünsche euch ein frohes, neues Jahr 2018 und viel Spaß mit neuen Videospielen.

 

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