Im Rahmen der Jahreschallenge #PileOfNothing von Goldfuchs wagte ich mich im RPG-Januar an The Witcher 3. Vor Jahren hatte ich das hochgelobte Spiel schon einmal angefangen, jedoch die Story kaum gespielt und lediglich viele Stunden in Gwint investiert. Den Januar habe ich genutzt, um die Story zu beenden und möchte meine Erfahrungen mit euch teilen.

Dass The Witcher 3 ein fantastisches Spiel ist, kann und will ich nicht abstreiten. Jeder hat inzwischen mitbekommen, dass das offiziell letzte Abenteuer des Hexers aus dem Hause CD Projekt Red mit Höchstwertungen in den Himmel gelobt wurde. Ich kann mich diesen Wertungen nur anschließen und möchte nun auch berichten, warum.

Inhalt

Ihr spielt Geralt von Riva, einen Hexer. Als Hexer seid ihr ein Teil eines Clans mutierter Bestienjäger, weshalb die Bewohner auf eurem Kontinent euch nicht allzu gut gesinnt sind. Ihr seid auf der Suche nach eurer Geliebten Yennefer und eurer Ziehtochter Ciri, die von der Wilden Jagd, denen The Witcher 3 seinen Untertitel Wild Hunt zu verdanken hat, entführt wurde. Auf eurem Weg begleitet euch Plötze, euer geliebtes Pferd. Ihr begegnet unendlich vielen Sidequests und einer sehr umfangreiche Story, die sich auf gute 40 bis 60 Spielstunden erstreckt. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn das Spiel lebt davon, selbst entdeckt und erlebt zu werden.

Technik

Technisch kann ich nur die PS4-Version beurteilen, eine Andere habe ich nicht gespielt. Das Spiel läuft in 1080p mit 30 FPS, womit es ausreichend flüssig läuft und wunderschön aussieht. Lediglich in Kämpfen mit vielen Gegnern oder beim Ritt durch die Spielwelt sinkt die Anzahl der Frames und das Spiel kommt kurz ins Ruckeln; allerdings fängt es sich schnell wieder, wodurch die Hakler nur selten und sehr kurz spürbar sind und das Spielerlebnis dadurch nicht getrübt wird.

Ganz fehlerfrei läuft das Spiel nicht. Hier und da bekommt man ein paar Bugs in Form von schwebenden Charakteren oder Gegenständen sowie teilweise nicht vertonten Zwischensequenzen; bei einem Open-World-Spiel solcher Größe sind diese Fehler zwar unschön, aber nachvollziehbar und verschmerzbar. Besonders die fehlerhaften Zwischensequenzen können das Spielerlebnis allerdings durchaus trüben.

Auch die Ladezeiten sind unheimlich lang, was nach einer Weile ganz schön nerven kann. Besonders in schwierigen Kämpfen, in denen ich auch durchaus drei, vier Mal hintereinander gestorben bin, störten mich die Ladezeiten massiv. Generell dauern die Ladebildschirme gut und gerne mal zwischen 40 Sekunden und einer Minute an; wie sehr euch das stört, muss jeder selbst entscheiden, ich fand sie sehr nervig.

Die Welt des Hexers

Grafisch ist das Spiel wunderschön anzusehen, das lässt sich nicht abstreiten. Ich habe es sehr genossen, durch die detaillreichen Städte zu laufen, dem Sonnenuntergang entgegen zu reiten oder das Charakterdesign zu bewundern. CD Projekt Red hat es geschafft, eine in sich stimmige Welt zu schaffen, die man mit viel Freude betritt. Ich habe mich sogar des Öfteren dabei erwischt, von Plötze abzusteigen, um mich an einen Punkt mit guter Aussicht zu stellen und die Welt zu bewundern. Besonders das Charakterdesign gepaart mit den gut geschriebenen Dialogen haben es geschafft, lebendige NPCs zu erschaffen, denen man gerne zuhört und deren Geschichte man mit Spannung miterlebt; einige sind mir regelrecht ans Herz gewachsen.

Die Reise wird einem durch den athmosphärischen Soundtrack noch angenehmer gestaltet. Es ist unmöglich, die Tracks nicht mit den Orten zu verbinden und beim nochmaligen Anhören gedanklich wieder in die Welt des Hexers abzutauchen. Insgesamt rundet die Musik das Spiel genau passend ab.

Zu guter Letzt die Kritik

Doch auch neben allen positiven Aspekten des Spiels möchte ich den Lobgesängen auch die bittere Realität hinzufügen, denn ich habe wieder gemerkt, weshalb ich das Spiel im ersten Durchlauf nicht lange gespielt habe. Die Story mag gut erzählt und die Charaktere mehr als interessant gestaltet sein, doch die Hauptquests sind leider häufig sehr generisch aufgebaut. Ihr erlebt zwar die verschiedensten Dinge und löst unterschiedlichste Missionen, allerdings immer nach Schema X. Konkret meine ich Folgendes: auf der Suche nach euren Liebsten müsst ihr euch Informationen beschaffen. Ihr reist zu euren Informanten, diese verraten euch allerdings ihr Wissen nur, indem ihr ihnen einen Gefallen tut. Diese Gefallen enden fast immer in einem Weg zu einem Ort, an dem ihr kämpfen sollt, um dann zum Informanten zurückzukehren. Dieser schickt euch zur nächsten Person, die etwas über den Verbleib eurer Frauen wissen könnte, und das ganze Schema wiederholt sich wieder. Dieses Schema X durchschaut man sehr schnell, was dem gesamten Spiel leider einen etwas drögen Beigeschmack gibt. Das Einzige, was mich ans Spiel gefesselt hat, sind somit die Dialoge mit den NPCs statt des Spiel selbst in Form seiner Quests, was ich sehr schade finde.

Weiterhin stört mich sehr, dass die Story durch teilweise extrem lange Dialoge gestaltet ist. Stellenweise lauschte ich mehr als fünf Minuten den Protagonisten, hier hätte durchaus mehr Story durch Questinhalte erzählt werden können. Dank der sehr gut geschriebenen Texte ist dieser Punkt noch in Ordnung, hätte allerdings durchaus Verbesserungspotential.

Ein letzter störender Punkt ist die fehlende Diversität. In der ganzen Welt stößt man zwar auf viele unterschiedliche, sehr interessante Charaktere, doch kein einziger farbiger Mensch ist zu finden. Hier hätte man sicherlich noch ein wenig Potential gehabt. Sicherlich tut dieser Umstand dem Spiel an sich keinen Abbruch, dennoch hätte bin ich ein Verfechter von Diversität und vermisse sie entsprechend.

Fazit

The Witcher 3: Wild Hunt ist ein wunderschönes Spiel mit einer gut erzählten Story, die einen gebührenden Abschluss um die Saga von Geralt von Riva bildet. Allerdings finden sich schnell einige Schwächen des nicht ganz fehlerfreien RPGs. Dennoch möchte ich hier eine große Empfehlung für dieses sehr gute Spiel aussprechen und alle, die es (wie ich) bisher nicht gespielt haben, ermutigen, dies nachzuholen.

 

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